🌡️ Selbsttest

Eskalations-Check: Wie verfahren ist dein Konflikt?

Elf kurze Fragen, zwei Minuten. Du erfährst, in welcher Phase dein Konflikt ungefähr steckt und was jetzt am ehesten hilft. Deine Antworten bleiben in deinem Browser – nichts wird gespeichert oder gesendet.

Zuerst: Bist du sicher?

Hast du Angst vor der anderen Person oder davor, wie sie reagiert?

Gab es Gewalt, Drohungen mit Gewalt oder Zwang – körperlich, sexuell oder durch Einschüchterung?

Kontrolliert die Person dein Handy, dein Geld, deine Kontakte oder verfolgt sie dich?

Trifft das auf deinen Konflikt zu?

Das Thema kommt immer wieder hoch, und die Stimmung wird dabei schnell angespannt.

In unseren Gesprächen geht es mehr ums Rechthaben als um eine Lösung.

Wir unterbrechen uns oder hören einander kaum noch richtig zu.

Wir reden kaum noch darüber, sondern schaffen Tatsachen – schweigen, Dinge einfach durchziehen, Türen knallen.

Mindestens eine Seite sucht Verbündete, die ihr recht geben (Familie, Kolleg:innen, Freundeskreis).

Ich denke über die andere Person vor allem in Eigenschaften nach („egoistisch“, „unmöglich“, „faul“).

Es gab Bloßstellungen, Beleidigungen oder Lästereien vor anderen.

Es werden Ultimaten gestellt oder Konsequenzen angedroht („Wenn du nicht …, dann …“).

So liest du dein Ergebnis

Entscheidend ist nicht die Zahl der „Ja“-Antworten, sondern die höchste Stufe, bei der du zustimmst. Der Test ist eine Orientierung, keine Diagnose – vereinfacht angelehnt an die Eskalationsstufen nach Friedrich Glasl.

Sicherheit geht vor

Mindestens eine Sicherheitsfrage mit „Ja“

Was du beschreibst, ist kein gewöhnlicher Kommunikationskonflikt. Wenn Angst, Gewalt, Drohungen oder Kontrolle im Spiel sind, ist ein klärendes Gespräch nicht der richtige erste Schritt. Sprich mit einer vertrauten Person und hol dir Unterstützung bei einer Beratungsstelle. In akuter Gefahr: Notruf 110.

Gesprächsbereit

Kein „Ja“ oder nur beim ersten Satz

Ihr habt unterschiedliche Standpunkte, aber die Verbindung ist intakt. Das ist die beste Phase, um das Thema anzusprechen: ruhig, konkret, mit einer kleinen Bitte. Du kannst den Konflikt sehr wahrscheinlich selbst klären.

Angespannt

Höchstes „Ja“ bei Rechthaben, Unterbrechen oder Tatsachen schaffen

Es geht zunehmend ums Gewinnen statt ums Lösen, und Gespräche kippen schneller. Jetzt helfen feste Regeln: ausreden lassen, zusammenfassen, ein Thema pro Gespräch, eine vereinbarte Pause, wenn es laut wird. Selbst klären ist weiterhin gut möglich.

Verhärtet

Höchstes „Ja“ bei Verbündeten, Etiketten oder Bloßstellungen

Es haben sich Lager und Feindbilder gebildet, oder jemand wurde vor anderen verletzt. Ein Gespräch unter vier Augen kann trotzdem gelingen, braucht aber gute Vorbereitung und oft eine neutrale dritte Person, die moderiert. Wichtig: erst die Verletzung anerkennen, dann über Lösungen sprechen.

Hilfe von außen sinnvoll

„Ja“ bei Ultimaten oder Drohungen mit Konsequenzen

Wenn Ultimaten und Drohungen die Gespräche bestimmen, ist der Konflikt weit fortgeschritten. Allein ist er jetzt schwer zu lösen. Sinnvoll sind Mediation, Paar- oder Familienberatung oder – im Job – Führungskraft, Personalabteilung oder Betriebsrat. Wenn die Drohungen dich einschüchtern oder Angst machen, gilt: Sicherheit zuerst.