🎯 Spiel

Gesprächs-Trainer: Was antwortest du?

Dein Gegenüber sagt einen dieser Sätze, die dich sonst sprachlos oder wütend machen. Du hast drei Antworten zur Auswahl – welche bringt das Gespräch weiter? Du bekommst sofort Feedback. Nichts wird gespeichert oder gesendet.

👕 Partner:inSituation 1 von 78

Du hast deine:n Partner:in ruhig gebeten, die getragene Wäsche nicht mehr im Flur liegen zu lassen.

„Jetzt fang nicht schon wieder damit an. Du bist echt pedantisch.“

Was antwortest du?

  • „Ich bin pedantisch? Du bist einfach nur faul, das ist das Problem.“
  • „Mag sein, dass es mir wichtiger ist als dir. Mir geht es nur um den Flur: Kannst du die Sachen abends in den Wäschekorb legen?“
  • „Schon gut, vergiss es. Ich räum es halt selbst weg.“

Das Prinzip: Nimm ein Etikett nicht an und gib keins zurück – bleib bei der konkreten Bitte.

🙉 Partner:inSituation 2 von 78

Du erzählst von einem schwierigen Tag im Job. Dein Gegenüber schaut dabei aufs Handy und antwortet nur mit „mhm“. Du sprichst es an.

„Ich höre doch zu! Du willst nur wieder, dass sich alles um dich dreht.“

Was antwortest du?

  • „Ich glaube dir, dass du nicht abschalten wolltest. Mir hilft es, wenn du das Handy kurz weglegst, wenn ich dir etwas Wichtiges erzähle. Geht das jetzt für fünf Minuten?“
  • „Du hörst mir nie zu. Dein Handy ist dir wichtiger als ich.“
  • „Okay, dann halt nicht. War eh nicht so wichtig.“

Das Prinzip: Sag, was du brauchst, statt aufzuzählen, was der andere falsch macht.

💶 Partner:inSituation 3 von 78

Ihr sprecht über das gemeinsame Konto. Du hast angemerkt, dass diesen Monat deutlich mehr ausgegeben wurde als geplant.

„Willst du mir jetzt vorschreiben, wofür ich mein Geld ausgebe?“

Was antwortest du?

  • „Wenn du nicht so verschwenderisch wärst, müssten wir gar nicht darüber reden.“
  • „Nein, nein, mach doch, was du willst.“
  • „Nein, dein eigenes Geld ist deine Sache. Mir geht es um das gemeinsame Konto: Lass uns einen Betrag festlegen, über den jede:r frei verfügt, und den Rest zusammen planen.“

Das Prinzip: Nimm die Befürchtung hinter dem Vorwurf ernst und mach einen Vorschlag, der beiden Spielraum lässt.

⏳ Partner:inSituation 4 von 78

Zum dritten Mal in diesem Monat wird euer gemeinsamer Abend verschoben. Du sagst, dass dich das traurig macht.

„Du weißt doch, wie viel bei mir gerade los ist. Ich kann mich nicht zerteilen.“

Was antwortest du?

  • „Bei dir ist immer was los. Ich komme in deinem Leben offenbar ganz hinten.“
  • „Ich sehe, dass du gerade viel stemmst. Mir fehlt nur ein fester Platz für uns. Können wir einen Abend pro Woche eintragen, der nicht verschoben wird – auch wenn er kurz ist?“
  • „Ja, schon klar. Dann machen wir es halt irgendwann, wenn es passt.“

Das Prinzip: Mach aus „mehr Zeit“ einen festen Termin, den ihr beide schützt.

📱 Partner:inSituation 5 von 78

Beim Abendessen tippt dein:e Partner:in fast durchgehend auf dem Handy. Du sprichst es ruhig an.

„Ich schreibe doch nur kurz zurück. Warum ist das gleich wieder ein Drama?“

Was antwortest du?

  • „Kurz zurückschreiben ist okay. Mir geht es ums Essen: Mögen wir die Handys da ab jetzt beiseitelegen? Wenn etwas Dringendes ist, sag einfach Bescheid.“
  • „Weil du süchtig nach dem Ding bist. Mit mir redest du ja eh kaum noch.“
  • „Ist ja gut, war nicht so gemeint.“

Das Prinzip: Bitte um handyfreie Momente statt um weniger Handy insgesamt.

🤝 Partner:inSituation 6 von 78

Du möchtest abends gern kuscheln und reden. Dein:e Partner:in zieht sich nach der Arbeit lieber allein zurück. Du sprichst an, dass du dich manchmal zurückgewiesen fühlst.

„Ich brauche halt meine Ruhe. Das hat doch nichts mit dir zu tun.“

Was antwortest du?

  • „Okay, dann frag ich einfach nicht mehr. Ich will dich ja nicht nerven.“
  • „Es fühlt sich aber so an. Du bist einfach kalt, und ich muss immer betteln.“
  • „Gut, dass du das sagst, das beruhigt mich. Wie wäre es so: Du hast nach der Arbeit erst mal deine Stunde für dich, und danach nehmen wir uns ein bisschen Zeit zu zweit?“

Das Prinzip: Nähe und Rückzug lassen sich oft nacheinander statt gegeneinander planen.

🧭 Partner:inSituation 7 von 78

Du wünschst dir, in den nächsten Jahren zusammenzuziehen und über Kinder zu sprechen. Als du es ansprichst, wird dein:e Partner:in einsilbig.

„Können wir das nicht einfach auf uns zukommen lassen? Du machst so einen Druck.“

Was antwortest du?

  • „Ich lasse seit zwei Jahren alles auf mich zukommen. Irgendwann musst du dich mal entscheiden.“
  • „Ich will dich nicht drängen. Ich möchte nur wissen, wie du darüber denkst, auch wenn du noch unsicher bist. Magst du dir am Wochenende in Ruhe eine Stunde dafür nehmen?“
  • „Stimmt, ist ja auch noch viel Zeit. Vergiss, dass ich gefragt habe.“

Das Prinzip: Frag nach den Gedanken des anderen, bevor du eine Entscheidung einforderst.

🚿 Partner:inSituation 8 von 78

Du hast mitbekommen, dass dein:e Partner:in beim Duschen pinkelt, und gesagt, dass dich das stört.

„Ach komm, das macht doch jeder. Das wird doch eh weggespült.“

Was antwortest du?

  • „Kann sein, dass das viele machen. Für mich ist es trotzdem eine Ekelgrenze, weil wir die Dusche teilen. Kannst du vorher kurz aufs Klo gehen?“
  • „Hm, ja, wahrscheinlich übertreibe ich.“
  • „Ich finde das einfach widerlich. Das ist so rücksichtslos von dir.“

Das Prinzip: Diskutiere nicht, was normal ist – sag, wo deine Grenze im gemeinsamen Bad liegt.

😰 Chef:inSituation 9 von 78

Du hast deiner Führungskraft gesagt, dass du die drei Deadlines dieser Woche nicht alle schaffen kannst.

„Das ist gerade eine harte Phase, da müssen alle mal die Zähne zusammenbeißen.“

Was antwortest du?

  • „Ja, klar, ich krieg das schon irgendwie hin.“
  • „Harte Phase? Das höre ich seit einem halben Jahr. Das ist einfach schlechte Planung.“
  • „Ich ziehe gern mit. Damit es auch klappt, brauche ich eine Entscheidung: Welches der drei Projekte hat Vorrang, und welches kann eine Woche warten?“

Das Prinzip: Mach aus „zu viel“ eine konkrete Entscheidungsfrage an die Person, die priorisieren darf.

🕵️ Chef:inSituation 10 von 78

Deine Führungskraft lässt sich jede E-Mail an Kund:innen vor dem Versand zeigen. Du hast gefragt, ob das bei Routineanfragen nötig ist.

„Ich will einfach sichergehen, dass nichts schiefläuft. Vertrauen muss man sich erst verdienen.“

Was antwortest du?

  • „Ich mache den Job seit drei Jahren. Wenn du mir nicht vertraust, sag es doch direkt.“
  • „Das verstehe ich. Wie wäre es mit einem Test: Zwei Wochen lang schicke ich Routineantworten direkt raus und setze dich in Kopie. Danach schauen wir gemeinsam drauf.“
  • „Okay, dann schicke ich weiter alles vorher rüber.“

Das Prinzip: Biete einen kleinen, überprüfbaren Versuch an, statt pauschal mehr Freiheit zu fordern.

🤷 Chef:inSituation 11 von 78

Du hast um eine Rückmeldung zu deinem Projektbericht gebeten, den du vor drei Wochen abgegeben hast.

„Passt schon. Wenn was wäre, hätte ich mich gemeldet.“

Was antwortest du?

  • „Gut zu hören. Mir hilft trotzdem ein kurzer Blick nach vorn: Was sollte ich beim nächsten Bericht beibehalten, und was könnte besser werden? Zehn Minuten diese Woche würden reichen.“
  • „Ah, okay, dann ist ja alles gut.“
  • „Ehrlich gesagt kommt von dir nie eine Rückmeldung. So kann man doch nicht arbeiten.“

Das Prinzip: Stell konkrete, leicht beantwortbare Fragen, statt allgemein um Feedback zu bitten.

😤 Chef:inSituation 12 von 78

Im Teammeeting schlägst du vor, die Kund:innenumfrage zu verkürzen. Deine Führungskraft geht sofort zum nächsten Punkt über.

„Ja, gute Idee vielleicht, aber dafür haben wir jetzt echt keine Zeit.“

Was antwortest du?

  • „Klar, kein Problem. War nur so ein Gedanke.“
  • „Für meine Ideen ist ja nie Zeit. Bei anderen hörst du komischerweise immer zu.“
  • „Verstehe, die Agenda ist voll. Ich schreibe dir den Vorschlag in fünf Sätzen auf. Können wir ihn nächste Woche zehn Minuten besprechen?“

Das Prinzip: Wenn eine Idee übergangen wird, gib ihr einen festen Platz statt einen zweiten Anlauf im falschen Moment.

⚖️ Chef:inSituation 13 von 78

Das neue Projekt, für das du dich gemeldet hattest, geht ohne Erklärung an eine Kollegin. Du fragst im Vier-Augen-Gespräch nach.

„Das war eine ganz normale Entscheidung. Du musst nicht alles persönlich nehmen.“

Was antwortest du?

  • „Ich will die Entscheidung gar nicht infrage stellen, ich möchte sie verstehen. Was hat den Ausschlag gegeben, und was müsste ich zeigen, damit ich beim nächsten Projekt dran bin?“
  • „Persönlich? Jeder hier sieht doch, dass du Lieblinge hast.“
  • „Nein, nein, passt schon. Ich war nur neugierig.“

Das Prinzip: Frag nach Kriterien, nicht nach Schuld – damit kannst du beim nächsten Mal arbeiten.

🌫️ Chef:inSituation 14 von 78

Du hast ein Konzept abgegeben, um das deine Führungskraft im Vorbeigehen gebeten hatte. Jetzt kommt es mit vielen Anmerkungen zurück.

„So hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt.“

Was antwortest du?

  • „Woher soll ich das wissen? Du sagst ja nie, was du eigentlich willst.“
  • „Okay, dann lass uns kurz klären, was es braucht: Für wen ist das Konzept, was soll am Ende drinstehen, und bis wann? Ich schicke dir danach eine Gliederung, bevor ich weiterschreibe.“
  • „Tut mir leid, ich überarbeite es und versuche, es besser zu treffen.“

Das Prinzip: Kläre Ziel, Umfang und Termin, bevor du weiterarbeitest – nicht erst bei der nächsten Abgabe.

💸 Chef:inSituation 15 von 78

Du hast um eine Gehaltserhöhung gebeten und deine zusätzlichen Aufgaben des letzten Jahres aufgezählt. Deine Führungskraft lehnt ab.

„Das Budget ist dieses Jahr leider ausgeschöpft. Da kann ich nichts machen.“

Was antwortest du?

  • „Ach so, okay. Dann eben nicht.“
  • „Für andere Sachen ist ja auch Geld da. Ich lasse mich hier nicht länger ausnutzen.“
  • „Verstehe, dass das Budget begrenzt ist. Dann lass uns festhalten, wann wir wieder darüber sprechen und woran du die Erhöhung festmachst. Gibt es bis dahin andere Möglichkeiten, etwa Weiterbildung?“

Das Prinzip: Mach aus einem Nein zum Gehalt einen Termin mit klaren Kriterien.

😔 Freund:inSituation 16 von 78

Eine gute Freundin hat euer Treffen zum dritten Mal kurzfristig abgesagt. Du sagst ihr, dass dich das enttäuscht.

„Mein Gott, ich hab halt gerade viel um die Ohren. Sei doch nicht gleich so empfindlich.“

Was antwortest du?

  • „Dass du viel zu tun hast, glaube ich dir. Ich bin trotzdem enttäuscht, weil ich mich gefreut hatte. Wenn es nicht passt, sag lieber früher ab oder schlag selbst einen neuen Termin vor.“
  • „Empfindlich? Du bist einfach unzuverlässig, das weiß doch jeder.“
  • „Haha, ja, ich bin wohl einfach zu sensibel.“

Das Prinzip: Dein Gefühl braucht keine Rechtfertigung – benenne es und sag, was du dir wünschst.

💸 Freund:inSituation 17 von 78

Du hast einem Freund vor einigen Monaten Geld geliehen. Er wollte es bis zum Sommer zurückzahlen, der ist jetzt vorbei. Du fragst nach.

„Echt jetzt? Ich dachte, wir sind Freunde. Wegen so was machst du so ein Fass auf?“

Was antwortest du?

  • „Nee, sorry, war blöd von mir. Lass dir Zeit.“
  • „Gerade weil wir Freunde sind, finde ich es ziemlich dreist, dass du dich nicht meldest.“
  • „Wir sind Freunde, und genau deshalb will ich das offen klären, bevor es zwischen uns steht. Wann kannst du es zurückzahlen? Auch in Raten wäre für mich okay.“

Das Prinzip: Eine Abmachung anzusprechen ist kein Angriff auf die Freundschaft – bleib freundlich bei der Sache.

🛑 Freund:inSituation 18 von 78

Ein Freund erzählt in der Runde immer wieder peinliche Geschichten, die du ihm im Vertrauen erzählt hast. Du hast ihn gebeten, das zu lassen.

„Das war doch nur Spaß. Du verstehst echt keinen Humor mehr.“

Was antwortest du?

  • „Humor? Du willst dich doch nur auf meine Kosten wichtigmachen.“
  • „Ich lache gern mit, aber nicht über Dinge, die ich dir im Vertrauen erzählt habe. Die bleiben bitte unter uns.“
  • „Ja, vielleicht bin ich gerade einfach schlecht drauf.“

Das Prinzip: Zieh eine konkrete Linie, statt über die Absicht des anderen zu streiten.

🙉 Freund:inSituation 19 von 78

Beim Kaffee erzählst du deiner Freundin von einem Streit mit deiner Schwester. Nach zwei Sätzen ist sie wieder bei ihrem eigenen Wochenende. Du sprichst es an.

„Ich wollte dir doch nur zeigen, dass ich so was auch kenne. Jetzt bin ich wieder die Böse?“

Was antwortest du?

  • „Immer muss sich alles um dich drehen. Ich komme bei dir einfach nie zu Wort.“
  • „Nein, gar nicht. Ich glaube dir, dass du mitfühlen wolltest. Ich bin nur noch nicht fertig. Darf ich kurz zu Ende erzählen? Danach will ich gern von deinem Wochenende hören.“
  • „Ach, schon okay. Erzähl ruhig, meins kann warten.“

Das Prinzip: Bitte ums Ausreden-Lassen, statt die Freundin für ihr Mitreden zu verurteilen.

⚖️ Freund:inSituation 20 von 78

Seit Monaten schlägst du jedes Treffen vor und meldest dich zuerst. Als du deinem Freund sagst, dass du dir mehr Initiative von ihm wünschst, reagiert er gereizt.

„Jetzt führst du also Strichliste, wer sich wie oft meldet? Das ist doch keine Freundschaft.“

Was antwortest du?

  • „Mir geht es nicht ums Zählen. Ich merke nur, dass ich mich fast immer zuerst melde, und das macht mich auf Dauer traurig. Magst du das nächste Treffen vorschlagen?“
  • „Stimmt, vergiss es. Ich melde mich dann einfach wieder.“
  • „Eine Freundschaft ist es nur von meiner Seite. Du nimmst halt gern und gibst nichts zurück.“

Das Prinzip: Sag, was dir fehlt, und bitte um einen konkreten ersten Schritt – ohne Bilanz zu ziehen.

💔 Freund:inSituation 21 von 78

Du hast einer Freundin im Vertrauen von deiner Jobsuche erzählt. Jetzt hat dich eine gemeinsame Bekannte darauf angesprochen. Du stellst deine Freundin zur Rede.

„Mann, das ist mir halt rausgerutscht. Ich hab mich doch entschuldigt, jetzt lass es auch mal gut sein.“

Was antwortest du?

  • „Dir kann man echt nichts anvertrauen. Du plauderst doch alles aus.“
  • „Ja, du hast recht, ist nicht so schlimm.“
  • „Ich nehme die Entschuldigung an. Gut ist es für mich trotzdem noch nicht, dafür brauche ich etwas Zeit. Und künftig: Was ich dir über die Arbeit erzähle, bleibt bitte bei dir.“

Das Prinzip: Eine Entschuldigung annehmen heißt nicht, dass Vertrauen sofort wieder da sein muss.

🧍 Freund:inSituation 22 von 78

Auf Instagram siehst du Fotos von einem Grillabend deiner Clique, von dem du nichts wusstest. Du fragst einen Freund aus der Runde, wie das kam.

„Das war total spontan. Und ehrlich, du hast in letzter Zeit eh meistens abgesagt.“

Was antwortest du?

  • „Okay, dann bin ich wohl selbst schuld.“
  • „Ihr habt euch doch schon längst gegen mich entschieden. Sagt es wenigstens ehrlich.“
  • „Kann sein, dass ich öfter abgesagt habe. Trotzdem fände ich es schön, wenn ihr mich weiter fragt. Ob ich Zeit habe, entscheide ich lieber selbst.“

Das Prinzip: Bitte darum, gefragt zu werden – die Entscheidung, ob du Zeit hast, triffst du selbst.

💡 Kolleg:inSituation 23 von 78

Im Meeting hat ein Kollege deine Idee als seine eigene vorgestellt. Danach sprichst du ihn unter vier Augen an.

„Jetzt stell dich nicht so an. Wir sind ein Team, da gehören Ideen allen.“

Was antwortest du?

  • „Ja, stimmt schon. Hauptsache, das Projekt läuft.“
  • „Einverstanden, wir arbeiten im Team. Dazu gehört für mich, dass klar ist, von wem ein Vorschlag kommt. Beim nächsten Mal stelle ich meine Ideen selbst vor, oder du nennst mich dazu.“
  • „Team? Du schmückst dich doch ständig mit fremden Federn.“

Das Prinzip: Greif das Argument deines Gegenübers auf und verbinde es mit deiner Bitte.

✋ Kolleg:inSituation 24 von 78

Eine Kollegin fällt dir in Besprechungen oft ins Wort. Als sie dich heute wieder unterbricht, reagierst du direkt.

„Ich wollte nur kurz was ergänzen, das ist doch wichtig!“

Was antwortest du?

  • „Du lässt eh nie jemanden ausreden. Das nervt hier alle.“
  • „Ähm, ja, klar, sag ruhig.“
  • „Gleich gern. Ich mache nur noch meinen Gedanken fertig, dann bist du dran.“

Das Prinzip: Im Moment selbst reicht ein kurzer, freundlicher Satz – das größere Gespräch führst du besser unter vier Augen.

📦 Kolleg:inSituation 25 von 78

Ein Kollege bittet dich schon zum dritten Mal in diesem Monat, eine seiner Aufgaben zu übernehmen. Du hast selbst genug zu tun.

„Komm schon, du bist doch so schnell in so was. Für dich sind das zehn Minuten.“

Was antwortest du?

  • „Danke fürs Kompliment, aber diesmal nicht. Meine eigene Liste ist heute voll. Wenn du nicht weiterkommst, zeige ich dir gern kurz, wie ich es mache.“
  • „Na gut, schick es mir rüber. Aber das ist das letzte Mal.“
  • „Du schiebst deine Arbeit echt immer auf andere ab. Mach deinen Kram selbst.“

Das Prinzip: Ein Kompliment verpflichtet zu nichts – du darfst Danke sagen und trotzdem Nein.

🗣️ Kolleg:inSituation 26 von 78

Du hast mitbekommen, dass ein Kollege in der Kaffeeküche über deine Präsentation gelästert hat. Du sprichst ihn unter vier Augen an.

„Wer erzählt denn so was? Ich hab doch nur gesagt, was alle denken.“

Was antwortest du?

  • „Wer es war, ist hier nicht der Punkt. Wenn dir an meiner Präsentation etwas nicht gefallen hat, sag es mir bitte direkt. Was hättest du anders gemacht?“
  • „Ach, war bestimmt ein Missverständnis. Lass uns das vergessen.“
  • „Typisch. Vorne freundlich und hinten rum lästern, das kannst du gut.“

Das Prinzip: Streite nicht über die Quelle, sondern bitte darum, dass Kritik direkt bei dir ankommt.

🤝 Kolleg:inSituation 27 von 78

Für einen gemeinsamen Bericht brauchst du seit einer Woche die Zahlen deiner Kollegin. Auf deine Nachrichten kommt keine Antwort, also sprichst du sie am Schreibtisch an.

„Ich hab echt Wichtigeres zu tun. Dann mach den Bericht halt allein.“

Was antwortest du?

  • „Wichtigeres? Du hast doch nur keine Lust, das merkt hier jeder.“
  • „Ich glaube dir, dass du gerade viel hast. Allein geht es aber nicht, weil mir deine Zahlen fehlen. Schaffst du sie bis Donnerstag? Sonst klären wir die Priorität gemeinsam mit unserer Teamleitung.“
  • „Okay, ich such mir die Zahlen irgendwie selbst zusammen.“

Das Prinzip: Sag genau, was du bis wann brauchst, und biete für den Engpass einen gemeinsamen Klärungsweg an.

🏅 Kolleg:inSituation 28 von 78

Im Teammeeting wurde ein Kollege für das neue Kundenkonzept gelobt, an dem du die Analyse gemacht hast. Dein Anteil wurde nicht erwähnt. Du sprichst ihn danach an.

„Jetzt mach mal halblang. Das war Teamarbeit, da muss doch nicht jeder einzeln gefeiert werden.“

Was antwortest du?

  • „Hast recht, ist ja auch egal, wer was gemacht hat.“
  • „Teamarbeit, genau. Darum möchte ich, dass sichtbar ist, wer was beigetragen hat. Nenn beim nächsten Termin bitte kurz, dass die Analyse von mir kommt, oder ich stelle den Teil selbst vor.“
  • „Teamarbeit heißt bei dir offenbar: Die anderen arbeiten, und du kassierst das Lob.“

Das Prinzip: Gerade bei Teamarbeit darf sichtbar sein, wer welchen Teil geleistet hat.

⚖️ Kolleg:inSituation 29 von 78

Schon wieder landen die Monatsabrechnung und die Kundenanfragen bei dir, während andere die neuen Projekte bekommen. Du sprichst es in der Teamrunde an.

„Du bist da halt am schnellsten drin. Warum sollte das jetzt jemand anders machen?“

Was antwortest du?

  • „Weil ihr es euch bequem macht und ich die ganze Drecksarbeit erledige.“
  • „Na gut, dann mache ich es halt weiter.“
  • „Schnell bin ich, weil ich es seit Monaten mache. Ich möchte aber auch an neuen Projekten mitarbeiten. Lass uns die Abrechnung rotieren, ich arbeite die nächste Person gern ein.“

Das Prinzip: Mach aus „unfair“ einen konkreten Vorschlag, wie sich die Arbeit anders verteilen lässt.

🔊 Nachbar:inSituation 30 von 78

Du klingelst beim Nachbarn über dir, weil seit Tagen spät abends laute Musik läuft, und bittest um mehr Ruhe.

„Ich wohne hier auch. Ich kann ja wohl in meiner eigenen Wohnung Musik hören.“

Was antwortest du?

  • „Dann zieh doch in ein Einfamilienhaus, wenn dir die anderen egal sind.“
  • „Ja, natürlich, sorry für die Störung.“
  • „Klar, das sollst du auch. Mir geht es nur um die späten Abende: Dann höre ich die Bässe bis in mein Schlafzimmer. Könntest du ab zehn leiser drehen?“

Das Prinzip: Erkenne das Recht des anderen an und beschreibe konkret, was bei dir ankommt.

🚗 Nachbar:inSituation 31 von 78

Deine Nachbarin parkt immer wieder auf dem Stellplatz, der zu deiner Wohnung gehört. Du sprichst sie im Hof darauf an.

„Jetzt hab dich nicht so, du bist doch tagsüber eh nie da.“

Was antwortest du?

  • „Tagsüber oft nicht, stimmt. Trotzdem ist es mein Stellplatz, und manchmal komme ich früher heim. Bitte park dort nicht mehr. Wenn du mal dringend einen Platz brauchst, frag mich vorher.“
  • „Das geht dich gar nichts an, wann ich da bin. Du nimmst dir hier einfach, was du willst.“
  • „Na ja, stimmt schon. Wenn ich da bin, klingel ich halt bei dir.“

Das Prinzip: Du musst eine Ausrede nicht widerlegen – bleib freundlich bei dem, was dir zusteht.

📝 Nachbar:inSituation 32 von 78

Ein Nachbar beschwert sich seit Wochen immer wieder über Geräusche aus deiner Wohnung. Heute spricht er dich im Treppenhaus an.

„Bei dir ist es doch jeden Tag laut. Das geht so nicht weiter.“

Was antwortest du?

  • „Du findest doch immer was zum Meckern. Such dir mal ein Hobby.“
  • „Mir ist nicht ganz klar, was genau du hörst. Wann war es zuletzt, und was für ein Geräusch war das? Dann kann ich schauen, ob ich etwas ändern kann.“
  • „Ich versuche, noch leiser zu sein. Tut mir leid.“

Das Prinzip: Frag bei Pauschalvorwürfen nach konkreten Beispielen, statt dich zu verteidigen.

🗑️ Nachbar:inSituation 33 von 78

Vor der Wohnungstür gegenüber stehen seit Tagen zwei Müllsäcke im Treppenhaus, und der Geruch zieht bis in deinen Flur. Du klingelst bei deiner Nachbarin.

„Die Tonnen unten sind ständig voll. Wo soll ich das Zeug denn sonst hinstellen?“

Was antwortest du?

  • „Das mit den vollen Tonnen kenne ich. Im Treppenhaus riecht es aber inzwischen stark. Kannst du die Säcke heute noch runterbringen? Und wegen der Tonnen schreiben wir gern zusammen an die Hausverwaltung.“
  • „Mir doch egal, wohin. Aber hier stinkt es wegen dir wie auf einer Müllkippe.“
  • „Ach so, ja, dann ist das wohl so. Ich mach einfach meine Tür zu.“

Das Prinzip: Trenne die akute Bitte vom gemeinsamen Organisationsproblem – beides darf auf den Tisch.

🐾 Nachbar:inSituation 34 von 78

Der Hund deiner Nachbarin bellt an Werktagen oft lange, während sie nicht zu Hause ist. Du sprichst sie im Treppenhaus darauf an.

„Mein Hund bellt nicht. Der ist total lieb, das hätte ich doch gemerkt.“

Was antwortest du?

  • „Du bist ja auch nie da, wenn es passiert. Wer sein Tier den ganzen Tag allein lässt, sollte keinen Hund haben.“
  • „Wenn du da bist, ist er bestimmt ruhig. Es passiert vor allem vormittags, wenn du weg bist, oft eine Stunde am Stück. Ich notiere mir diese Woche mal die Zeiten, dann schauen wir zusammen, was helfen könnte.“
  • „Ach so, dann hab ich mich vielleicht verhört.“

Das Prinzip: Wer das Problem nicht selbst erlebt, braucht konkrete Beobachtungen statt Vorwürfe.

🌳 Nachbar:inSituation 35 von 78

Die Hecke deines Nachbarn ragt seit dem Sommer weit über den Zaun in dein Gemüsebeet. Du sprichst ihn am Gartenzaun an.

„Die Hecke steht seit zwanzig Jahren so. Da hat sich noch nie jemand beschwert.“

Was antwortest du?

  • „Das glaube ich dir, und die Hecke gefällt mir ja auch. Nur hängt sie inzwischen so weit rüber, dass in meinem Beet kaum noch etwas wächst. Könntest du meine Seite im Herbst zurückschneiden? Beim Wegräumen helfe ich gern.“
  • „Dann pflanze ich mein Gemüse eben woanders.“
  • „Dass sich keiner beschwert hat, heißt nicht, dass es keinen stört. Du machst hier einfach, was du willst.“

Das Prinzip: Gewohnheit ist kein Gegenargument – beschreib, was sich für dich konkret verändert hat.

🙅 ElternSituation 36 von 78

Deine Mutter kommentiert beim Besuch, wie ihr euer Kind ins Bett bringt. Du hast gesagt, dass ihr das bewusst so macht.

„Ich meine es doch nur gut. Ich habe schließlich auch Kinder großgezogen.“

Was antwortest du?

  • „Ja, und genau deshalb machen wir es anders als du damals.“
  • „Ja, ja, schon gut, Mama.“
  • „Das weiß ich, und ich schätze deine Erfahrung. Beim Einschlafen haben wir uns aber für unseren Weg entschieden. Wenn wir einen Rat brauchen, fragen wir dich gern.“

Das Prinzip: Würdige die gute Absicht und bleib trotzdem klar bei deiner Entscheidung.

🗯️ ElternSituation 37 von 78

Dein Vater kritisiert bei jedem Familienessen deinen Job. Heute sagst du ihm, dass dich das verletzt.

„Man wird doch wohl noch seine Meinung sagen dürfen. Du warst schon immer so dünnhäutig.“

Was antwortest du?

  • „Deine Meinung darfst du haben. Ich möchte nur nicht, dass mein Job bei jedem Essen Thema ist. Wenn du dir Sorgen machst, reden wir gern einmal in Ruhe darüber.“
  • „Und du konntest schon immer nicht einfach mal stolz auf mich sein.“
  • „Okay, vergiss es. Reden wir über was anderes.“

Das Prinzip: Eine Meinung haben zu dürfen heißt nicht, dass du sie jedes Mal anhören musst – sag, wo deine Grenze liegt.

🚪 ElternSituation 38 von 78

Deine Eltern haben einen Schlüssel zu deiner Wohnung und kommen manchmal ohne Ankündigung vorbei. Du hast sie gebeten, vorher anzurufen.

„Wir sind doch deine Eltern! Seit wann müssen wir uns bei dir anmelden?“

Was antwortest du?

  • „Na gut, war ja nur so eine Idee.“
  • „Ihr seid mir immer willkommen, daran ändert sich nichts. Ich möchte nur wissen, wann jemand in meine Wohnung kommt. Ein kurzer Anruf vorher reicht mir.“
  • „Seit ich erwachsen bin. Ihr behandelt mich immer noch wie ein Kind.“

Das Prinzip: Mach deutlich, dass die Grenze der Situation gilt, nicht der Beziehung.

😕 ElternSituation 39 von 78

Du erzählst deinen Eltern, dass du deine feste Bürostelle kündigst, um eine Ausbildung im Handwerk zu beginnen.

„Das verstehen wir einfach nicht. Du wirfst alles weg, wofür du so lange gearbeitet hast.“

Was antwortest du?

  • „Ihr habt noch nie verstanden, was mir wichtig ist. Ihr wollt nur, dass ich so lebe wie ihr.“
  • „Vielleicht habt ihr recht. Ich denk noch mal drüber nach.“
  • „Ich sehe, dass euch das Sorgen macht, und ihr müsst es auch nicht gut finden. Entschieden habe ich mich trotzdem. Wenn ihr wissen wollt, was mich daran reizt, erzähle ich es euch beim nächsten Besuch in Ruhe.“

Das Prinzip: Du brauchst nicht ihr Einverständnis – nur Respekt für deine Entscheidung.

🏆 ElternSituation 40 von 78

Beim Sonntagskaffee fragt dein Vater wieder, warum du dich nicht auf die Leitungsstelle beworben hast. Du sagst, dass du mit deiner jetzigen Stelle zufrieden bist.

„Mit deinen Fähigkeiten verschenkst du dich da doch. Wir wollen nur das Beste für dich.“

Was antwortest du?

  • „Das weiß ich, und es freut mich, dass ihr mir so viel zutraut. Für mich ist das Beste gerade genau diese Stelle, mit Zeit für mein Leben daneben. Lasst uns die Beförderung bitte nicht bei jedem Besuch besprechen.“
  • „Das Beste für euch, meinst du. Ihr wollt doch nur was zum Angeben bei den Verwandten.“
  • „Ja, mal sehen. Vielleicht bewerbe ich mich nächstes Jahr.“

Das Prinzip: Du kannst die gute Absicht annehmen, ohne den Maßstab zu übernehmen.

💔 ElternSituation 41 von 78

Deine Mutter hat zu ihrem Geburtstag nur dich eingeladen, nicht deine:n Partner:in. Du rufst sie deswegen an.

„Ich will an meinem Geburtstag einfach keinen Stress. Du weißt doch, dass das nicht passt.“

Was antwortest du?

  • „Okay, dann komme ich eben allein. Ist ja nur ein Nachmittag.“
  • „Ich verstehe, dass du einen entspannten Tag willst. Für mich gehören wir zusammen: Entweder wir kommen zu zweit, oder ich feiere mit dir an einem anderen Tag nach. Und ich würde gern hören, was dir an uns schwerfällt.“
  • „Nicht passt? Du bist einfach engstirnig und gönnst mir mein Glück nicht.“

Das Prinzip: Steh sichtbar zu deiner Beziehung und lass trotzdem eine Tür für das Gespräch offen.

🧓 ElternSituation 42 von 78

Dein Vater schafft den Haushalt nach einem Sturz kaum noch allein. Du hast vorgeschlagen, dass zweimal pro Woche ein Pflegedienst kommt.

„Ich lasse doch keine Fremden in mein Haus. Dafür habe ich ja dich.“

Was antwortest du?

  • „Du denkst echt nur an dich. Ich hab auch noch einen Job und ein eigenes Leben.“
  • „Na gut, dann komm ich halt öfter vorbei. Irgendwie kriegen wir das schon hin.“
  • „Ich bin für dich da, und daran ändert sich nichts. Mehr als zwei Nachmittage pro Woche schaffe ich aber nicht. Lass uns gemeinsam zu einer Pflegeberatung gehen und schauen, welche Hilfe sich für dich gut anfühlt.“

Das Prinzip: Sag zuerst, was bleibt – und dann ehrlich, was du nicht leisten kannst.

💸 GeschwisterSituation 43 von 78

Dein Bruder fragt dich zum dritten Mal in diesem Jahr, ob du ihm Geld leihen kannst. Die 200 Euro vom Frühjahr sind noch offen. Du sagst, dass du ihm diesmal nichts leihen möchtest.

„Ernsthaft? Für dich sind das doch Peanuts. Ich bin dein Bruder!“

Was antwortest du?

  • „Peanuts? Du kannst einfach nicht mit Geld umgehen, das war schon immer so.“
  • „Gerade weil du mein Bruder bist, sage ich es dir offen: Solange die 200 Euro vom Frühjahr offen sind, leihe ich dir nichts Neues. Lass uns ausmachen, bis wann du sie zurückzahlst.“
  • „Na gut, wie viel brauchst du denn diesmal?“

Das Prinzip: Familie heißt nicht, dass jede Bitte ein Ja verdient – verbinde dein Nein mit einer klaren Bedingung.

🎄 GeschwisterSituation 44 von 78

Beim Geburtstag eurer Mutter macht deine Schwester vor allen eine Spitze über dein abgebrochenes Studium. Später nimmst du sie in der Küche kurz beiseite.

„Jetzt sei nicht so. Das war ein Witz, alle haben gelacht.“

Was antwortest du?

  • „Kann sein, dass es lustig gemeint war. Für mich war es unangenehm, vor allen darauf angesprochen zu werden. Lass das Thema bitte bei Familienfesten weg – unter vier Augen reden wir gern darüber.“
  • „Die haben gelacht, weil es peinlich war – und zwar für dich.“
  • „Ja, war schon witzig. Egal, vergiss es.“

Das Prinzip: Sprich es kurz und unter vier Augen an – nicht vor der ganzen Familie am Tisch.

🏆 GeschwisterSituation 45 von 78

Deine ältere Schwester erzählt bei jedem Treffen von Gehalt und Beförderung und fragt dann nach deinem. Du sagst ihr, dass dich die ständigen Vergleiche stören.

„Ich erzähl doch nur, wie es bei mir läuft. Wenn du dich schlecht fühlst, ist das dein Problem.“

Was antwortest du?

  • „Stimmt, du hast recht. Ich bin halt nicht so weit wie du.“
  • „Du erzählst nicht, du gibst an. Das machst du, seit wir Kinder sind.“
  • „Erzähl gern, wie es bei dir läuft, das interessiert mich wirklich. Mich stört nur, wenn daraus ein Vergleich mit mir wird, etwa beim Gehalt. Das würde ich gern weglassen.“

Das Prinzip: Trenne das Erzählen vom Vergleichen und benenne genau, was dich stört.

⚖️ GeschwisterSituation 46 von 78

Du hast zufällig erfahren, dass deine Schwester von euren Eltern Geld für ihre Wohnung bekommen hat. Als du es ihr gegenüber ansprichst, reagiert sie gereizt.

„Was kann ich denn dafür? Das musst du mit Mama und Papa klären, nicht mit mir.“

Was antwortest du?

  • „Stimmt, vergiss es. Ist ja euer Ding.“
  • „Du warst schon immer das Lieblingskind, und du hast es genossen.“
  • „Du hast recht, entschieden haben das Mama und Papa, und mit ihnen rede ich auch. Dir erzähle ich es, weil es mich getroffen hat und ich nicht will, dass das unausgesprochen zwischen uns steht.“

Das Prinzip: Trenn die Entscheidung der Eltern von der Beziehung zu deinen Geschwistern.

📵 GeschwisterSituation 47 von 78

Nach Monaten ohne Kontakt triffst du deinen Bruder bei der Geburtstagsfeier eures Vaters. Du sagst ihm, dass du ihn vermisst hast.

„Jetzt auf einmal? Du hast dich doch auch nie gemeldet.“

Was antwortest du?

  • „Stimmt, ich hab mich auch zurückgezogen, und das tut mir leid. Ich würde gern wieder mehr voneinander mitbekommen. Wollen wir nächste Woche mal telefonieren, einfach so, ohne gleich alles aufzurollen?“
  • „Ich hab es wenigstens versucht. Du warst doch derjenige, der eingeschnappt war.“
  • „Ja, okay, war blöd von mir. Lassen wir das.“

Das Prinzip: Nach langer Stille öffnet ein kleines Angebot mehr als die Frage, wer angefangen hat.

🏠 GeschwisterSituation 48 von 78

Wenige Wochen nach dem Tod eurer Mutter will dein Bruder das Elternhaus schnell verkaufen. Du möchtest dir mit der Entscheidung mehr Zeit lassen.

„Du hast dich die letzten Jahre doch kaum um Mama gekümmert. Und jetzt willst du mitreden?“

Was antwortest du?

  • „Und du hast dich nur blicken lassen, wenn es um Geld ging.“
  • „Du warst viel öfter bei ihr als ich, das weiß ich, und danke dafür. Beim Haus möchte ich trotzdem mitentscheiden. Lass uns ein paar Wochen Abstand nehmen und es dann gemeinsam mit einer neutralen Beratung anschauen.“
  • „Dann entscheidet ihr das halt. Ich will keinen Streit.“

Das Prinzip: Würdige, was der andere getragen hat – und bleib trotzdem Teil der Entscheidung.

🧽 Mitbewohner:inSituation 49 von 78

Laut Putzplan ist dein Mitbewohner seit zwei Wochen mit dem Bad dran, geputzt hat er nicht. Du sprichst ihn in der Küche darauf an.

„Das Bad ist doch noch völlig okay. Du hast echt übertriebene Ansprüche.“

Was antwortest du?

  • „Kann sein, dass wir das unterschiedlich sehen. Genau dafür haben wir den Plan: Das Bad ist gerade bei dir. Schaffst du es bis Sonntag? Wenn der Plan für dich nicht passt, ändern wir ihn beim nächsten WG-Treffen.“
  • „Na gut, dann mache ich es diesmal halt.“
  • „Übertrieben? Bei dir im Zimmer sieht es aus wie im Saustall, das finden hier alle.“

Das Prinzip: Streite nicht über Sauberkeitsstandards – verweise auf die Abmachung und frag nach einem Termin.

🧀 Mitbewohner:inSituation 50 von 78

Zum wiederholten Mal ist etwas aus deinem Kühlschrankfach verschwunden, diesmal der Käse fürs Abendessen. Du fragst deine Mitbewohnerin danach.

„Mein Gott, das war doch nur ein bisschen Käse. Ich kauf dir halt neuen.“

Was antwortest du?

  • „Es ist nie nur ein bisschen. Du bedienst dich hier, als würde dir alles gehören.“
  • „Nee, schon okay, lass mal.“
  • „Danke, das wäre nett. Mir geht es aber weniger um den Käse als darum, dass ich mich auf mein Fach verlassen kann. Frag mich bitte vorher – meistens sage ich sowieso Ja.“

Das Prinzip: Nimm ein Ersatzangebot an und sag trotzdem, was du für die Zukunft brauchst.

🧾 Mitbewohner:inSituation 51 von 78

Die Nebenkostenabrechnung ist da: 240 Euro Nachzahlung. Beim Einzug habt ihr ausgemacht, alles zu gleichen Teilen zu zahlen. Du schlägst vor, es durch drei zu teilen.

„Warum soll ich genauso viel zahlen? Ich bin fast jedes Wochenende gar nicht da.“

Was antwortest du?

  • „Okay, dann zahlen wir zwei eben den Rest.“
  • „Ich verstehe, dass sich das für dich unfair anfühlt. Diese Abrechnung teilen wir so, wie wir es beim Einzug ausgemacht haben. Wenn du künftig eine andere Aufteilung willst, lass uns beim WG-Treffen einen Vorschlag besprechen, der für alle passt.“
  • „Dann zieh doch ganz aus, wenn du eh nie hier bist.“

Das Prinzip: Klär die offene Rechnung nach der alten Abmachung und verhandle Änderungen für die Zukunft.

🎧 Mitbewohner:inSituation 52 von 78

Dein Mitbewohner hört unter der Woche bis nach Mitternacht laut Musik, du musst um sechs aufstehen. Am Nachmittag sprichst du ihn in der Küche darauf an.

„Das ist eine WG und kein Kloster. Kauf dir halt Ohrstöpsel.“

Was antwortest du?

  • „Mit dir kann man echt nicht zusammenwohnen. Du denkst immer nur an dich.“
  • „Stimmt, ein Kloster will ich auch nicht. Am Wochenende ist mir das egal, aber unter der Woche muss ich früh raus. Kannst du sonntags bis donnerstags ab 23 Uhr leiser machen oder Kopfhörer nehmen?“
  • „Hm, okay. Dann probiere ich das mal mit Ohrstöpseln.“

Das Prinzip: Mach aus „zu laut“ eine Bitte mit Tagen und Uhrzeit.

🛏️ Mitbewohner:inSituation 53 von 78

Der Freund deiner Mitbewohnerin ist seit Wochen fast jeden Tag da, morgens ist das Bad ständig belegt. Du sprichst sie an, als ihr beide allein seid.

„Er ist doch total nett. Ich dachte, du magst ihn.“

Was antwortest du?

  • „Nett ist er schon. Ist auch nicht so schlimm, vergiss es einfach.“
  • „Darum geht es nicht. Wenn er hier wohnen will, soll er halt Miete zahlen. Sonst kann er ja bei sich bleiben.“
  • „Ich mag ihn wirklich, darum geht es mir gar nicht. Er ist inzwischen fast jeden Tag hier, und das merken wir beim Bad und bei den Kosten. Lass uns beim nächsten WG-Abend eine Regel für Übernachtungsbesuch finden.“

Das Prinzip: Sprich über die Wohnsituation, nicht darüber, ob du den Besuch magst.

📦 Mitbewohner:inSituation 54 von 78

Du hast eine neue Stelle in einer anderen Stadt und erzählst deiner Mitbewohnerin, dass du aus der WG ausziehen willst.

„Und jetzt? Soll ich mich etwa allein um alles kümmern? Du lässt uns einfach hängen.“

Was antwortest du?

  • „Ich verstehe, dass das plötzlich kommt. Allein lasse ich euch damit nicht: Ich suche aktiv mit nach jemandem für mein Zimmer. Lass uns am Wochenende aufschreiben, was bis zur Übergabe alles zu klären ist.“
  • „Ach, vergiss es. Dann bleibe ich eben noch eine Weile, bis ihr jemanden habt.“
  • „Hängen lassen? Ich habe hier lang genug alles allein organisiert. Jetzt bist du mal dran.“

Das Prinzip: Kündige einen Auszug zusammen mit dem an, was du selbst dazu beiträgst.

🍽️ SchwiegerelternSituation 55 von 78

Deine Schwiegermutter bemerkt beim Besuch schon zum zweiten Mal, dass es bei euch „ja nie richtig aufgeräumt“ sei. Du sagst ihr freundlich, dass dich das kränkt.

„Das darf man doch wohl noch sagen. Mein Sohn ist es von zu Hause halt anders gewohnt.“

Was antwortest du?

  • „Dann soll dein Sohn eben selbst aufräumen, wenn er es so gewohnt ist.“
  • „Stimmt schon, ich komme gerade einfach zu nichts.“
  • „Sagen darfst du es. Ich möchte trotzdem nicht, dass unsere Wohnung bei jedem Besuch Thema ist. Wir haben uns so eingerichtet, wie es für uns beide passt. Erzähl lieber, wie euer Urlaub war.“

Das Prinzip: Du musst Kritik nicht widerlegen – sag ruhig, wo deine Grenze ist, und lenk auf etwas Gemeinsames.

🔔 SchwiegerelternSituation 56 von 78

Deine Schwiegereltern stehen am Samstagmorgen unangekündigt vor der Tür. Ihr wolltet gerade zu einem Ausflug aufbrechen. Du sagst, dass es heute leider nicht passt.

„Wir wollten euch doch nur eine Freude machen. Früher war man froh über Besuch.“

Was antwortest du?

  • „Ach so, na dann kommt rein. Den Ausflug machen wir ein andermal.“
  • „Das ist lieb gemeint, und wir freuen uns über euren Besuch. Heute sind wir aber schon verplant. Ruft bitte vorher kurz an, dann nehmen wir uns richtig Zeit für euch. Wie wäre es mit nächstem Sonntag?“
  • „Früher hat man sich aber auch nicht einfach selbst eingeladen.“

Das Prinzip: Würdige die gute Absicht und biete gleich einen konkreten anderen Termin an.

🎄 SchwiegerelternSituation 57 von 78

Ihr habt als Paar beschlossen, Heiligabend dieses Jahr bei deinen Eltern zu feiern. Deine Schwiegermutter erfährt es am Telefon von dir.

„Heiligabend war doch immer bei uns. Das ist wohl jetzt nichts mehr wert.“

Was antwortest du?

  • „Ich verstehe, dass das eine Umstellung für dich ist, Heiligabend bei euch war immer schön. Wir haben uns gemeinsam entschieden, uns jedes Jahr abzuwechseln, damit beide Familien zum Zug kommen. Am ersten Feiertag kommen wir gern zu euch.“
  • „Oh, ähm … vielleicht finden wir da ja noch eine andere Lösung.“
  • „Immer bei euch – genau das ist ja das Problem. Meine Eltern gibt es schließlich auch noch.“

Das Prinzip: Sprecht als Paar mit einer Stimme und macht ein konkretes Angebot, statt euch zu rechtfertigen.

🍭 SchwiegerelternSituation 58 von 78

Beim Abholen siehst du, dass euer Kind kurz vor dem Abendessen eine Tüte Gummibärchen bekommen hat, obwohl ihr als Paar darum gebeten hattet, das nicht zu tun. Du sprichst deinen Schwiegervater an.

„Bei Oma und Opa gelten eben andere Regeln. Euch hat das früher auch nicht geschadet.“

Was antwortest du?

  • „Ihr habt eure Kinder damals erzogen. Jetzt sind wir dran, und ihr haltet euch gefälligst daran.“
  • „Ja, stimmt wahrscheinlich. Ist ja nur ab und zu.“
  • „Bei euch darf vieles anders sein, das gehört dazu. Bei Süßem vor dem Abendessen bitten wir euch aber, bei unserer Regel zu bleiben. Nach dem Essen ist etwas Kleines völlig in Ordnung.“

Das Prinzip: Lass den Großeltern ihren Spielraum und halte nur an den wenigen Regeln fest, die euch wirklich wichtig sind.

🤐 SchwiegerelternSituation 59 von 78

Beim Sonntagsbesuch hat deine Schwiegermutter wieder eure Erziehung kritisiert, und dein:e Partner:in hat geschwiegen. Auf der Heimfahrt sprichst du es an.

„Das sind halt meine Eltern. Ich kann doch nicht jedes Mal einen Streit anfangen.“

Was antwortest du?

  • „Das verlange ich auch gar nicht. Ich möchte nur nicht allein dastehen. Wenn so ein Kommentar kommt, reicht mir ein Satz von dir wie „Das haben wir zusammen entschieden.“ Können wir das so ausmachen?“
  • „Schon klar, Mama geht eben immer vor. Ich bin ja nur die Person, mit der du lebst.“
  • „Okay, schon gut. Ich halte beim nächsten Mal einfach den Mund.“

Das Prinzip: Bitte dein:e Partner:in nicht um einen Streit, sondern um einen einzigen Satz, der zeigt: Wir sind ein Team.

🧊 SchwiegerelternSituation 60 von 78

Du erfährst, dass deine Schwiegereltern einen Familienausflug geplant und nur deine:n Partner:in eingeladen haben. Du rufst deine Schwiegermutter an.

„Wir dachten, das ist eher was für die Familie.“

Was antwortest du?

  • „Ach so, klar, verstehe ich. Viel Spaß euch.“
  • „Das hat mich getroffen, ich sehe mich inzwischen als Teil der Familie. Ich muss nicht überall dabei sein, aber ich möchte gefragt werden. Ladet uns beim nächsten Mal bitte zu zweit ein.“
  • „Ihr habt mich von Anfang an nicht gewollt. Das merkt doch jeder.“

Das Prinzip: Du kannst Zuneigung nicht einfordern, Respekt und Einbeziehung schon.

🚪 Ex-Partner:inSituation 61 von 78

Dein:e Ex hat die Kinder am Sonntag zum dritten Mal deutlich später als vereinbart zurückgebracht. Abends, als die Kinder schlafen, schreibst du eine kurze Nachricht dazu.

„Jetzt mach doch kein Drama wegen einer Stunde. Die Kinder hatten Spaß.“

Was antwortest du?

  • „Typisch. Deine Zeit war dir schon immer wichtiger als die von allen anderen.“
  • „Schön, dass sie Spaß hatten. Mir ist die Uhrzeit wichtig, weil sonntags noch Abendessen und Schulsachen anstehen. Lass uns bei 17 Uhr bleiben. Wenn es mal später wird, schreib mir bitte bis 16 Uhr Bescheid.“
  • „Na gut, ist ja auch egal.“

Das Prinzip: Bleib bei Uhrzeiten und Absprachen – alte Beziehungsthemen gehören nicht in die Terminplanung.

🧾 Ex-Partner:inSituation 62 von 78

Die Klassenfahrt eures Sohnes kostet 320 Euro. Du bittest deine:n Ex per Nachricht, sich an den Kosten zu beteiligen.

„Dafür zahle ich doch schon Unterhalt. Soll ich jetzt für alles doppelt zahlen?“

Was antwortest du?

  • „Schon gut, dann zahle ich es eben allein.“
  • „Der Unterhalt reicht hinten und vorne nicht. Dir ist doch egal, was die Kinder brauchen.“
  • „Ich verstehe, dass du nicht doppelt zahlen willst. Für mich ist die Klassenfahrt eine Extra-Ausgabe neben dem Alltag. Mein Vorschlag: Wir teilen sie halb-halb. Und lass uns eine feste Regel für solche Extras finden, dann müssen wir nicht jedes Mal neu verhandeln.“

Das Prinzip: Schlag eine feste Regel für Sonderausgaben vor – dann wird nicht jede Rechnung zum Streit.

💬 Ex-Partner:inSituation 63 von 78

Die Schule hat den Elternabend kurzfristig auf Donnerstag verschoben. Du leitest die Info sofort an deine:n Ex weiter.

„Schön, dass ich das auch mal erfahre. Du hältst es ja nie für nötig, mich rechtzeitig zu informieren.“

Was antwortest du?

  • „Die Schule hat es heute erst geschickt, ich habe es direkt weitergegeben. Der Termin ist Donnerstag um 19 Uhr. Gehst du hin, oder soll ich?“
  • „Ich muss dir gar nichts. Sei froh, dass ich dir überhaupt Bescheid sage.“
  • „Sorry, kommt nicht wieder vor.“

Das Prinzip: Antworte kurz, sachlich und freundlich auf den Inhalt – auf Vorwürfe musst du nicht eingehen.

🧒 Ex-Partner:inSituation 64 von 78

Deine Tochter hat erzählt, beim anderen Elternteil heiße es, du seist schuld an der Trennung. Du sprichst deine:n Ex abends am Telefon darauf an, die Kinder schlafen.

„Ich sag den Kindern halt die Wahrheit. Die sollen nicht denken, ich wäre der Böse.“

Was antwortest du?

  • „Ich verstehe, dass du vor ihnen nicht schlecht dastehen willst, das will ich auch nicht. Die Kinder sollen sich aber nicht für eine Seite entscheiden müssen. Lass uns ausmachen, dass wir beide vor ihnen nicht über die Trennung urteilen.“
  • „Die Wahrheit? Dann erzähle ich ihnen mal meine Version, mal sehen, wie dir das gefällt.“
  • „Na ja, vielleicht ist ja was dran. Ich sage dazu lieber nichts.“

Das Prinzip: Schlag eine Regel vor, die für beide Haushalte gilt – Kinder brauchen keine Seite, sondern beide Eltern.

🏠 Ex-Partner:inSituation 65 von 78

Dein:e Ex will die Kinder am nächsten Wochenende mit der neuen Partnerin bekannt machen. Du hast gefragt, ob ihr das vorher kurz besprechen könnt.

„Du bist doch nur eifersüchtig. Mein Privatleben geht dich nichts mehr an.“

Was antwortest du?

  • „Und du denkst nur an dich. Die Kinder sind dir doch völlig egal.“
  • „Hast recht, ist deine Sache. Mach, wie du meinst.“
  • „Mit wem du zusammen bist, ist wirklich deine Sache. Mir geht es nur um die Kinder: Sie sollten von dir hören, dass es jemand Neues gibt, bevor sie die Person treffen. Können wir kurz absprechen, wie ihr das macht?“

Das Prinzip: Trenne die neue Beziehung von der Frage, wie die Kinder gut darauf vorbereitet werden.

🫂 Ex-Partner:inSituation 66 von 78

Du warst auf dem Geburtstag einer Freundin, die ihr beide seit Jahren kennt. Am nächsten Tag schreibt dir dein:e Ex.

„Hab gehört, du warst bei Lea. Die war eigentlich zuerst meine Freundin.“

Was antwortest du?

  • „Ich hab dich nicht gefragt, wen du triffst. Also lass mich auch in Ruhe.“
  • „Lea ist mit uns beiden befreundet, und ich möchte sie nicht verlieren. Ich bitte niemanden, sich zu entscheiden, und erzähle dort auch nichts über dich. Ich wünsche mir, dass wir beide das so halten.“
  • „Okay, sorry. Dann gehe ich da nächstes Mal nicht mehr hin.“

Das Prinzip: Freund:innen gehören niemandem – zieh sie nicht in eure Trennung hinein.

📱 Kinder & TeenagerSituation 67 von 78

Beim Abendessen liegt das Handy deines Kindes neben dem Teller und vibriert ständig. Ihr habt ausgemacht, dass beim Essen keine Handys am Tisch sind. Du bittest es, das Handy wegzulegen.

„Bei allen anderen ist das kein Problem. Ihr seid echt die Strengsten überhaupt.“

Was antwortest du?

  • „Kann sein, dass es bei anderen anders läuft. Bei uns bleibt das Handy beim Essen weg, und das gilt auch für mich. Nach dem Essen kannst du in Ruhe weiterschreiben.“
  • „Wenn du so weitermachst, ist das Handy eine Woche weg. Dann weißt du, was streng ist.“
  • „Na gut, aber nur heute. Iss wenigstens nebenbei was.“

Das Prinzip: Lass dich nicht auf „alle anderen dürfen“ ein – erkläre, was bei euch gilt, und halte dich selbst auch daran.

📚 Kinder & TeenagerSituation 68 von 78

Dein Kind sitzt seit einer halben Stunde vor der ersten Matheaufgabe. Du setzt dich dazu und versuchst, sie zu erklären.

„Ich kann das eh nicht! Und du erklärst es sowieso total falsch.“

Was antwortest du?

  • „Wenn du dich nicht mal anstrengst, brauchst du dich über die nächste Fünf nicht wundern. Dann ist Fußball am Wochenende gestrichen.“
  • „Ich merke, dass dich das gerade richtig frustriert. Zeig mir, wie ihr es in der Schule macht, dann rechnen wir die erste Aufgabe zusammen. Die nächste versuchst du allein.“
  • „Gib her, ich rechne sie dir schnell vor, dann haben wir es hinter uns.“

Das Prinzip: Nimm den Frust ernst und zerlege die Aufgabe in einen kleinen nächsten Schritt, den dein Kind selbst schafft.

🧺 Kinder & TeenagerSituation 69 von 78

Im Zimmer deiner Tochter stehen seit Tagen Teller mit Essensresten, die Wäsche liegt unter dem Bett. Du bittest sie, beides rauszubringen.

„Das ist mein Zimmer. Das geht dich gar nichts an.“

Was antwortest du?

  • „Ja, ja, schon gut. Ich hole die Teller nachher selbst.“
  • „Solange du unter meinem Dach wohnst, geht mich hier alles was an. Wie es bei dir aussieht, ist einfach nur eklig.“
  • „Stimmt, wie dein Zimmer aussieht, entscheidest du weitgehend selbst. Geschirr und Wäsche gehören aber zum ganzen Haushalt. Bring die Teller bitte bis zum Abendessen in die Küche und die Wäsche in den Korb.“

Das Prinzip: Gesteh deinem Kind sein Zimmer zu und bestehe nur auf dem, was den ganzen Haushalt betrifft.

🌙 Kinder & TeenagerSituation 70 von 78

Ihr hattet 22 Uhr ausgemacht. Dein Sohn kommt um Viertel nach elf nach Hause, sein Handy war aus, und du hast die ganze Zeit wach gewartet.

„Chill mal, ist doch nichts passiert. Die anderen dürfen alle länger.“

Was antwortest du?

  • „Ich bin froh, dass du gut zu Hause bist. Ich habe mir Sorgen gemacht, weil ich dich nicht erreicht habe. Heute Nacht reden wir nicht mehr darüber, aber morgen klären wir zusammen, wie du dich meldest, wenn es später wird.“
  • „Nichts passiert? Du hast ab sofort zwei Wochen Hausarrest. Dann kannst du dich bei den anderen beschweren.“
  • „Na ja, Hauptsache, du bist da. Ab ins Bett.“

Das Prinzip: Zeig zuerst deine Sorge, nicht deine Wut – und kläre die Regeln, wenn ihr beide wieder ruhig seid.

🚪 Kinder & TeenagerSituation 71 von 78

Du erinnerst deine 14-jährige Tochter zum zweiten Mal daran, dass sie heute mit dem Müll dran ist. Sie verdreht die Augen.

„Boah, lass mich einfach in Ruhe. Du nervst so!“

Was antwortest du?

  • „So redest du nicht mit mir! Wenn du so frech bist, kannst du dein Taschengeld diesen Monat vergessen.“
  • „So möchte ich nicht angesprochen werden. Ich sehe, dass du gerade genervt bist, das darfst du sein. Den Müll bringst du trotzdem vor dem Abendessen raus. Wenn dich etwas anderes beschäftigt, reden wir später gern.“
  • „Oh, Entschuldigung, dass ich existiere. Dann mache ich es eben selbst.“

Das Prinzip: Setz im Moment selbst eine kurze, ruhige Grenze – das längere Gespräch führt ihr, wenn sich beide beruhigt haben.

🤼 Kinder & TeenagerSituation 72 von 78

Deine beiden Söhne streiten um die Spielkonsole, der Jüngere weint. Du gehst dazwischen und schaltest die Konsole erst mal aus.

„Immer hältst du zu ihm! Nur weil er der Kleine ist, darf er alles.“

Was antwortest du?

  • „Ach, macht das doch unter euch aus. Ich habe heute keine Nerven dafür.“
  • „Jetzt reicht es! Du bist der Große und solltest es besser wissen. Die Konsole ist für dich eine Woche gestrichen.“
  • „Das fühlt sich für dich gerade unfair an, und das nehme ich ernst. Ich will keinen von euch bevorzugen. Erzähl mir erst, was aus deiner Sicht passiert ist, dann hört ihr einander zu, und wir suchen zusammen eine Regel für die Konsole.“

Das Prinzip: Hör beide Seiten an, statt einen Schuldigen zu suchen – und findet zusammen eine Regel für das nächste Mal.

🔧 Vermieter:inSituation 73 von 78

Die Heizung im Bad fällt seit drei Wochen immer wieder aus. Du hast es zweimal per Mail gemeldet und rufst jetzt bei der Hausverwaltung an.

„Sie sind nicht die Einzigen im Haus. Wir kümmern uns, wenn wir dazu kommen.“

Was antwortest du?

  • „Ach so, ja, dann warte ich einfach noch ein bisschen.“
  • „Das glaube ich Ihnen, und ich will nicht drängeln. Ich habe den Ausfall am 3. und am 12. gemeldet. Können Sie mir bis Freitag schriftlich sagen, ob ein Auftrag raus ist und wann ungefähr jemand kommt?“
  • „Wenn wir dazu kommen? Sie kassieren jeden Monat pünktlich die Miete, aber für Reparaturen sind Sie sich zu schade.“

Das Prinzip: Nenne die Daten deiner Meldungen und bitte um eine kleine, konkrete Rückmeldung bis zu einem Tag.

🧾 Vermieter:inSituation 74 von 78

Die Nebenkostenabrechnung zeigt eine Nachzahlung von 480 Euro, vor allem wegen einer Position „Hausmeisterdienste“. Du fragst bei deiner Vermieterin nach, wie sich der Betrag zusammensetzt.

„Das ist alles ordentlich abgerechnet. Wollen Sie mir jetzt unterstellen, dass ich Sie abzocke?“

Was antwortest du?

  • „Nein, ich unterstelle Ihnen nichts. Ich möchte nur verstehen, was ich bezahle, besonders bei den Hausmeisterdiensten. Könnte ich mir die Rechnungen dazu in den nächsten zwei Wochen einmal ansehen? Ich lasse die Abrechnung außerdem vom Mieterverein durchsehen, das mache ich grundsätzlich so.“
  • „Na ja, wenn Sie so fragen: So eine Summe kommt mir schon ziemlich unverschämt vor.“
  • „Nein, nein, so war das nicht gemeint. Ich überweise es dann einfach.“

Das Prinzip: Nachfragen ist kein Misstrauen – benenne die Position, die du verstehen willst, und bitte um Einsicht in die Belege.

🍄 Vermieter:inSituation 75 von 78

In der Schlafzimmerecke breitet sich schwarzer Schimmel aus. Du hast Fotos gemacht und zeigst sie deinem Vermieter bei einem kurzen Termin in der Wohnung.

„Das kommt davon, dass Sie nicht richtig lüften. Das ist Ihr Problem, nicht meins.“

Was antwortest du?

  • „Ich lüfte jeden Tag! Das Haus ist einfach schlecht gedämmt, und das wissen Sie ganz genau.“
  • „Hm, vielleicht haben Sie recht. Ich wische es einfach selbst weg.“
  • „Das kann eine Ursache sein, ich will nicht raten. Ich habe mein Lüften und Heizen die letzten Wochen notiert und zeige Ihnen das gern. Mein Vorschlag: Wir lassen die Ursache fachlich anschauen. Können wir dafür bis Ende nächster Woche einen Termin finden?“

Das Prinzip: Streite nicht über Schuld – zeig, was du dokumentiert hast, und schlag eine fachliche Klärung mit Termin vor.

🚪 Vermieter:inSituation 76 von 78

Deine Vermieterin steht zum zweiten Mal in diesem Monat ohne Ankündigung vor der Tür und möchte „nur kurz nach dem Rechten sehen“. Du sagst, dass es gerade nicht passt.

„Das ist immer noch meine Wohnung. Da werde ich ja wohl mal reinschauen dürfen.“

Was antwortest du?

  • „Ihre Wohnung? Ich zahle hier Miete, also verschwinden Sie bitte sofort.“
  • „Mir ist klar, dass Ihnen die Wohnung wichtig ist, und ich gehe sorgsam mit ihr um. Für mich ist sie aber mein Zuhause. Heute passt es nicht. Sagen Sie mir bitte ein paar Tage vorher Bescheid, dann finden wir gern einen Termin, zum Beispiel nächsten Dienstag nach 17 Uhr.“
  • „Ähm, ja, okay, kommen Sie kurz rein.“

Das Prinzip: Erkenne das Interesse der anderen Seite an und biete statt eines spontanen Besuchs gleich einen festen Termin an.

📈 Vermieter:inSituation 77 von 78

Dein Vermieter hat eine Mieterhöhung um 90 Euro im Monat angekündigt. Im Treppenhaus sagst du ihm, dass du die Begründung gern verstehen und das Schreiben erst in Ruhe durchsehen möchtest.

„Da gibt es nichts zu besprechen. Wenn es Ihnen nicht passt, können Sie ja ausziehen.“

Was antwortest du?

  • „Gut, dann suche ich mir eben was anderes. Mal sehen, wen Sie dann für den Preis finden.“
  • „Nein, nein, schon gut. Ich unterschreibe das dann.“
  • „Ausziehen will ich nicht, ich wohne gern hier. Gerade deshalb möchte ich verstehen, worauf sich die Erhöhung stützt. Ich lasse das Schreiben vom Mieterverein durchsehen, das mache ich bei wichtiger Post immer so, und melde mich bis Ende des Monats bei Ihnen.“

Das Prinzip: Lass eine Zuspitzung ins Leere laufen – sag, dass du bleiben willst, und nenne ruhig deinen nächsten Schritt.

🔑 Vermieter:inSituation 78 von 78

Du bist vor vier Monaten ausgezogen, die Wohnung wurde ohne Mängel übergeben. Deine Kaution hast du noch nicht zurück. Du fragst bei der Hausverwaltung nach.

„Das dauert eben. Wir melden uns schon, wenn es so weit ist.“

Was antwortest du?

  • „Das verstehe ich, und ich will niemanden hetzen. Mir würde es helfen zu wissen, woran es noch hängt und womit ich ungefähr rechnen kann. Das Übergabeprotokoll ohne Mängel habe ich hier. Können Sie mir bis zum 15. kurz schriftlich einen Zwischenstand schicken?“
  • „Okay, dann warte ich halt weiter.“
  • „Vier Monate! Sie wollen das Geld doch einfach behalten.“

Das Prinzip: Frag nach dem Zwischenstand statt nach Schuld – mit Verweis auf deine Unterlagen und einem festen Datum.

Worauf es bei guten Antworten ankommt

Die Grundlagen dazu findest du bei den Ich-Botschaften, beim aktiven Zuhören und in der Deeskalation.

Der Trainer übt Alltagskonflikte. Bei Drohungen, Kontrolle oder Gewalt geht es nicht um die richtige Formulierung – dann findest du Unterstützung unter Hilfe in Krisen.