🧱 Spiel
Ich-Botschaft-Baukasten: Satz für Satz formulieren
Wähle eine Situation, dein Gefühl, was dir wichtig ist, und eine Bitte – der Baukasten setzt daraus einen Satz zusammen, den du so sagen kannst. Du tippst nichts ein, nichts wird gespeichert oder gesendet.
So ist eine Ich-Botschaft aufgebaut
- Situation: Was ist konkret passiert? Beschreibe es so, dass eine Kamera es hätte aufnehmen können – ohne „immer“, „nie“ oder Eigenschaften wie „faul“.
- Gefühl: Was löst das in dir aus? Ärger, Stress, Enttäuschung oder Sorge gehören dir und lassen sich schwer bestreiten.
- Bedürfnis: Warum ist dir das wichtig? Erst dieser Teil macht verständlich, worum es dir eigentlich geht.
- Bitte: Was soll sich ändern? Eine kleine, machbare Bitte oder eine offene Frage gibt deinem Gegenüber eine Möglichkeit, darauf einzugehen.
Hintergrund, Grenzen und weitere Beispiele findest du im Methodenartikel Ich-Botschaften. Der Aufbau ähnelt den vier Schritten der Gewaltfreien Kommunikation.
Beispiele: Du-Botschaft und Ich-Botschaft im Vergleich
Partnerschaft
Statt: „Du lässt immer alles rumliegen!“
Besser: „Wenn deine Wäsche über mehrere Tage im Flur liegt, ärgere ich mich, weil mir Ordnung wichtig ist. Kannst du sie abends in den Wäschekorb legen?“
Job
Statt: „Du lässt mich nie ausreden.“
Besser: „Wenn ich im Meeting angefangen habe und unterbrochen werde, ärgere ich mich, weil ich gehört werden möchte. Kannst du mich erst ausreden lassen und dann ergänzen?“
Familie
Statt: „Ihr habt immer etwas an mir auszusetzen.“
Besser: „Wenn bei unserem Besuch zuerst meine Wohnung und mein Job kommentiert werden, bin ich traurig, weil mir ein freundlicher Umgang wichtig ist. Könnt ihr mich beim nächsten Besuch erst fragen, wie es mir geht?“
Freundschaft
Statt: „Auf dich kann man sich echt nicht verlassen.“
Besser: „Wenn unser Treffen zum dritten Mal kurzfristig abgesagt wird, bin ich enttäuscht, weil ich mich auf Absprachen verlassen möchte. Kannst du mir früher Bescheid geben, wenn es eng wird?“
Nachbarschaft & WG
Statt: „Sie nehmen überhaupt keine Rücksicht.“
Besser: „Wenn unter der Woche nach 22 Uhr laute Musik zu hören ist, bin ich erschöpft, weil ich Ruhe brauche. Können Sie die Musik unter der Woche ab 22 Uhr leiser drehen?“
Mit Kindern
Statt: „Du hängst ja nur noch am Handy.“
Besser: „Wenn das Handy nach der vereinbarten Zeit noch an ist, mache ich mir Sorgen, weil ich mich auf Absprachen verlassen möchte. Kannst du es jetzt in die Ladestation legen?“
Stolperfallen, die der Baukasten anzeigt
Manche Wörter klingen nach Gefühl oder Begründung, enthalten aber ein Urteil über dein Gegenüber. Wenn du sie auswählst, erklärt der Baukasten, warum sie eher Abwehr auslösen:
- „fühle ich mich ignoriert“: „Ignoriert“ beschreibt eher, was der andere angeblich tut, als was in dir passiert. Das kann wie ein Vorwurf ankommen. Probier „bin ich enttäuscht“ oder „fühle ich mich allein damit“.
- „fühle ich mich respektlos behandelt“: „Respektlos behandelt“ ist eine Bewertung des Gegenübers. Dein Gefühl dahinter ist vielleicht Ärger oder Kränkung – das ist schwerer abzuwehren.
- „fühle ich mich ausgenutzt“: „Ausgenutzt“ unterstellt Absicht. Wenn du stattdessen sagst, dass du erschöpft oder gestresst bist, muss sich dein Gegenüber nicht verteidigen.
- „das einfach nicht geht“: „Das geht einfach nicht“ nennt kein Bedürfnis, sondern ein Urteil. Sag lieber, was dir wichtig ist – dann kann dein Gegenüber darauf eingehen.
Eine Ich-Botschaft garantiert kein Einverständnis. Sie senkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich dein Gegenüber angegriffen fühlt – die Lösung müsst ihr trotzdem gemeinsam finden. Wenn du üben willst, wie du auf typische Gegenreaktionen antwortest, probier den Gesprächs-Trainer.